Datum: März 2026
Wer die Entwicklung von MeshDresden in den letzten Monaten verfolgt hat, weiß: Wir stehen nicht still. Nach dem MediumFast-Test, der uns wertvolle Erkenntnisse über Netzlast, Reichweite und Community-Koordination gebracht hat, wagen wir den nächsten Schritt – und erweitern unseren Blick über Meshtastic hinaus.
MeshDresden testet ab sofort auch MeshCore.
Warum MeshCore?
Die Frage ist berechtigt: Wir haben eine funktionierende Meshtastic-Infrastruktur, einen eigenen Bot mit Dashboard, NINA-Integration und wachsende Community. Warum also ein weiteres System ins Spiel bringen?
Die Antwort ist einfach: Weil wir neugierig sind – und weil es technisch spannend ist.
MeshCore verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz als Meshtastic. Während Meshtastic auf echtem Flooding-Mesh basiert, bei dem jeder Node alles weiterleitet, setzt MeshCore auf ein strukturiertes Infrastrukturmodell: Dedizierte Repeater übernehmen die Weiterleitung, Endgeräte (sogenannte „Companions“) konzentrieren sich auf das Senden und Empfangen von Nachrichten. Das reduziert Kollisionen, schont die Kanalkapazität – und könnte gerade in einem aktiven Stadtnetz wie dem Dresdner Mesh interessante Vorteile bringen.
Ein Punkt, der uns besonders reizt: MeshCore unterstützt theoretisch bis zu 64 Hops und bringt native Store-and-Forward-Funktionalität mit – also die Möglichkeit, Nachrichten zwischenzuspeichern, bis der Empfänger wieder erreichbar ist. Beides sind Schwächen, die wir mit Meshtastic im Alltag durchaus spüren.
Was wir testen wollen
Der Test ist offen angelegt. Wir wollen ehrlich schauen, was MeshCore im Dresdner Stadtgebiet kann – ohne vorab ein Ergebnis festzulegen. Konkret interessiert uns:
- Wie verhält sich MeshCore unter realen Bedingungen im Elbtal mit seinen typischen Funkschatten?
- Wie viel Aufwand erfordert der Aufbau einer funktionierenden Repeater-Infrastruktur?
- Welche Auswirkungen hat die getrennte Rollen-Architektur auf die Netzstabilität?
- Lässt sich MeshCore sinnvoll parallel zu Meshtastic betreiben?
Für die Tests nutzen wir vorhandene Hardware, die bereits als Meshtastic-Knoten dient. Ein Teil davon wird probeweise mit der MeshCore-Firmware bespielt – als dedizierter Repeater. Die Ergebnisse fließen direkt in Blogbeiträge hier auf der Seite ein.
MeshDresden legt sich nicht fest
Das ist uns wichtig, und wir möchten es ausdrücklich betonen: MeshDresden ist keine Meshtastic-Seite – und wird auch keine reine MeshCore-Seite.
Wir betrachten LoRa-Mesh-Kommunikation als Ganzes. Meshtastic und MeshCore sind zwei unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel: robuste, unabhängige Kommunikation ohne zentralisierte Infrastruktur. Beide Ansätze haben ihre Daseinsberechtigung, beide haben Stärken und Schwächen – und beide verdienen eine faire Auseinandersetzung.
Die Kategorien auf dieser Seite spiegeln das bereits wider: Unter meshtastic und meshcore werden wir beide Welten dokumentieren, vergleichen und voneinander lernen. Was für unsere Community in Dresden funktioniert, zeigt sich im Betrieb – nicht in der Theorie.
Praktische Hinweise für Interessierte
Wer MeshCore selbst ausprobieren möchte, braucht zunächst kompatible Hardware. Viele der gängigen LoRa-Boards, die auch Meshtastic unterstützen (z. B. LilyGo T-Deck, Heltec-Module), lassen sich mit der MeshCore-Firmware flashen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen den Firmware-Images:
- Repeater-Image: Für fest installierte Knoten, die als Infrastruktur dienen sollen
- Companion-Image: Für mobile Endgeräte oder Handhelds
Die Konfiguration erfordert mehr Planung als bei Meshtastic – aber genau das ist auch ein Teil des Tests: Wie aufwendig ist der Einstieg, und lohnt sich der Mehraufwand?
Wie geht es weiter?
Wir werden regelmäßig berichten – über erste Erfahrungen, konkrete Messwerte und den Vergleich mit dem bestehenden Meshtastic-Netz. Der MeshMonitor und der MDDB-Bot bleiben weiterhin auf Meshtastic ausgerichtet; ob und wie wir MeshCore dort integrieren, hängt vom Testverlauf ab.
Bleibt neugierig.
73 de Mesh Dresden
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