PotatoMesh – Das dezentrale Dashboard für Meshtastic-Netzwerke

Heute möchte ich euch PotatoMesh vorstellen, ein spannendes Open-Source-Projekt, das speziell für Meshtastic-Netzwerke entwickelt wurde. Wenn ihr euch für dezentrale Kommunikation, LoRa-Technologie oder Mesh-Netzwerke interessiert, ist das genau das Richtige für euch. Lasst uns eintauchen: Was ist PotatoMesh, wie funktioniert es und wo wird es angewendet?

Im MeshDD-Bereich ist dies unter map.meshdresden.de zu finden.

Was ist PotatoMesh?

PotatoMesh ist ein federiertes Web-Dashboard, das auf Meshtastic basiert – einem beliebten Open-Source-Projekt für LoRa-basierte Mesh-Netzwerke. Es dient als zentrale Plattform, um Knoten (Nodes) in eurem lokalen Mesh-Netzwerk zu visualisieren und zu managen, ohne auf externe Dienste wie MQTT angewiesen zu sein. Stattdessen setzt es auf direkte, lokale LoRa-Kommunikation, was es ideal für community-basierte Setups macht.

Das Projekt stammt aus dem GitHub-Repo von l5yth und ist als Ruby/Sinatra-Anwendung mit SQLite-Datenbank umgesetzt. Es speichert Daten lokal und ermöglicht eine einfache Einrichtung. Kein Cloud-Zwang, keine Abhängigkeit von großen Brokern – pure Dezentralität!

Hier ein Beispiel, wie das Dashboard aussieht:

Wichtige Features
  • Web-Interface mit Karte und Chat: Zeigt Nodes, deren Positionen, Nachbarn, Telemetrie-Daten und Nachrichten in Echtzeit an. Ihr könnt filtern, suchen und sogar Trace-Routes durchführen.
  • API für Integration: Ermöglicht das Hochladen (POST) und Abrufen (GET) von Daten, authentifiziert per Token.
  • Federation: PotatoMesh-Instanzen können sich automatisch vernetzen, Metadaten teilen und Peers entdecken – ähnlich wie im Fediverse (z.B. Mastodon).
  • Ingestors: Python-Skripte, die Daten von Meshtastic-Geräten (via Serial, TCP oder Bluetooth) sammeln und an das Dashboard senden.
  • Benachrichtigungen und Bridges: Alerts für neue Nodes, Logging in Chat und Integration mit Matrix für Nachrichten-Weiterleitung ohne Radio-Hardware.
  • Mobile App: Eine Leser-App, um Mesh-Nachrichten mobil zu betrachten.

Das Ganze ist hochgradig konfigurierbar über Umgebungsvariablen, z.B. für Karten-Zentren oder Kanal-Einstellungen.

Anwendungen von PotatoMesh

PotatoMesh ist perfekt für Szenarien, in denen zuverlässige, offline-fähige Kommunikation gefragt ist. Hier einige praktische Einsatzbereiche:

  • Community-Mesh-Netzwerke: In Städten oder Regionen, wo Menschen Meshtastic-Geräte nutzen, um unabhängig von Internet oder Mobilfunk zu chatten. Beispielsweise gibt es eine Live-Map für das „Berlin Chaos Mesh“ auf potatomesh.net, die Nodes und Abdeckung in Echtzeit zeigt.
  • Notfall- und Krisenkommunikation: In Gebieten mit unzuverlässiger Infrastruktur (z.B. nach Naturkatastrophen) ermöglicht es die Koordination ohne zentrale Server.
  • Lokale Events oder Festivals: Für temporäre Netzwerke, um Teilnehmer zu verbinden, Positionsdaten zu teilen und Nachrichten auszutauschen.
  • Forschung und Testbeds: Frühere Versionen von PotatoMesh wurden als solarbetriebenes Wireless Sensor Network (WSN) Testbed genutzt, z.B. mit verschiedenen Node-Typen für Umweltüberwachung.
  • Erweiterung auf andere Tools: Durch die Matrix-Bridge könnt ihr Meshtastic-Nachrichten in bestehende Chat-Systeme integrieren, was es für remote Monitoring nützlich macht.
Fazit

PotatoMesh bringt Meshtastic auf das nächste Level: Einfach, dezentral und community-orientiert. Wenn ihr ein eigenes Mesh aufbaut, schaut euch das GitHub-Repo an und startet eure eigene Instanz. Es ist kostenlos, open-source und erfordert nur grundlegende Hardware. Habt ihr schon Erfahrungen mit Meshtastic? Teilt in den Kommentaren!

Quellen: Basierend auf offiziellen Repos und Community-Beiträgen. Probiert es aus und bleibt connected! 🚀

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen