Stellt euch vor, ihr könnt Nachrichten verschicken, ohne Internet, ohne Mobilfunk, ohne zentrale Server – nur mit kleinen, solarbetriebenen Geräten, die sich gegenseitig finden und ein Netz weben. Klingt nach Science-Fiction? Willkommen bei Mesh Dresden, wo diese Zukunft bereits Realität ist.
Ein Netzwerk, das euch gehört
Was 2024 mit ein paar technikbegeisterten Dresdnern begann, hat sich zu etwas Größerem entwickelt: Mesh Dresden ist heute eine lebendige Community, die gemeinsam ein unabhängiges Kommunikationsnetzwerk aufbaut. Von den Höhen der Löbtauer Höhe bis in die Täler der Sächsischen Schweiz spannen unsere Nodes ein unsichtbares Netz – bereit für den nächsten Outdoor-Trip, als Backup für Notfälle oder einfach als faszinierendes Technik-Projekt.
Das Herzstück? Meshtastic – eine Open-Source-Plattform für LoRa-basierte Mesh-Kommunikation. Doch was Mesh Dresden besonders macht, ist nicht nur die Technologie, sondern die Infrastruktur, die wir gemeinsam aufgebaut haben. Und genau die möchte ich euch heute zeigen – denn sie gehört euch allen.
Vier Plattformen, ein Ziel: Euer Mesh erlebbar machen
Wir haben im letzten Jahr nicht nur Nodes aufgestellt, sondern auch eine ganze Suite von Tools entwickelt und eingerichtet. Jedes davon dient einem speziellen Zweck – zusammen geben sie euch die volle Kontrolle über euer Mesh-Erlebnis. Lasst mich euch durch unsere digitale Infrastruktur führen.
meshdresden.eu – Wo alles beginnt
Hier seid ihr gerade. Diese Seite ist mehr als nur ein Blog – sie ist unser digitales Lagerfeuer, an dem wir Geschichten austauschen, Erfahrungen teilen und voneinander lernen.
In unseren Tutorials findet ihr alles von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Optimierungen speziell für das Elbtal. Ihr fragt euch, warum euer Node in der Neustadt kaum Reichweite hat? Wir haben die Antworten. Ihr plant einen Router auf der Löbtauer Höhe? Wir zeigen euch, wie es richtig geht. Und wenn ihr einfach nur wissen wollt, was gerade im Dresdner Mesh passiert – im Forum und Blog bleibst du auf dem Laufenden.
monitor.meshdresden.eu – Euer Fenster ins Mesh
Habt ihr euch jemals gefragt, was eigentlich gerade in eurem Mesh passiert? MeshMonitor ist die Antwort – ein Live-Dashboard, das euch in Echtzeit zeigt, wer online ist, wer mit wem spricht und wie stark die Verbindungen sind.

Stellt es euch wie die Flugsicherung für unser Netzwerk vor: Auf einer interaktiven Karte seht ihr alle aktiven Nodes, ihre Positionen und die Qualität ihrer Verbindungen. Die bunten Linien zwischen den Punkten? Das ist euer Mesh in Aktion. Grün bedeutet starke Signale, gelb ist okay, rot zeigt Probleme.
Aber MeshMonitor kann noch mehr. Es zeichnet Charts über die Zeit – wann war euer Netz am aktivsten? Welche Nodes sind die zuverlässigsten? Wie lange hält die Batterie eures solarbetriebenen Repeaters? All diese Fragen beantwortet MeshMonitor mit eleganten Visualisierungen, die selbst Nicht-Techies verstehen.
Ein persönliches Highlight: Die Solar-Integration. Wenn ihr wie ich einen Node mit Solarpanel betreibt, könnt ihr sehen, wie Sonneneinstrahlung und Batteriestand zusammenhängen. Es macht unglaublich Spaß zu beobachten, wie euer Node morgens „aufwacht“ und sich den ganzen Tag über selbst versorgt.
view.meshdresden.eu – Das Gedächtnis unseres Meshs
Kennt ihr das frustrierende Gefühl, wenn euer Handy offline war und ihr wichtige Mesh-Nachrichten verpasst habt? Meshview löst dieses Problem auf elegante Weise: Es vergisst nichts.
Während MeshMonitor euch zeigt, was jetzt gerade passiert, ist Meshview euer Zeitreise-Portal in die Vergangenheit. Jede Nachricht, die jemals durchs Dresdner Mesh geflossen ist, wird hier archiviert. Ihr wart letzten Monat wandern in der Sächsischen Schweiz und habt die Diskussion über den neuen Router am Lilienstein verpasst? Kein Problem – bei Meshview könnt ihr einfach zurückblättern.
Was ich besonders schätze: Meshview läuft einfach im Browser. Kein App-Download, keine komplizierte Installation. Ihr sitzt am Desktop-PC und wollt schnell eine Nachricht checken? view.meshdresden.eu öffnen, fertig. Ihr seid unterwegs am Laptop? Funktioniert genauso. Das macht es zum perfekten Werkzeug für alle, die nicht ständig ihr Smartphone in der Hand haben wollen.
Und für die Datennerds unter euch: Meshview zeichnet nicht nur Chats auf, sondern auch Positionsdaten, Telemetrie und Routing-Informationen. Ihr könnt nachvollziehen, wie sich das Netzwerk über Wochen und Monate entwickelt hat. Welche Nodes sind die treuesten? Wann ist die Peak-Zeit im Dresdner Mesh? Meshview hat die Antworten.
map.meshdresden.de & mqtt.meshdresden.eu – Das dezentrale Fundament
Zwei weitere Puzzle-Steine komplettieren unsere Infrastruktur, auch wenn sie im Hintergrund arbeiten.
PotatoMesh ist unser Experiment mit echter Dezentralität. Während MeshMonitor und Meshview auf MQTT setzen, geht PotatoMesh einen anderen Weg: Es kann sich mit anderen PotatoMesh-Instanzen weltweit vernetzen und dabei komplett offline arbeiten. Stellt es euch wie ein föderiertes System vor – ähnlich wie Mastodon, nur für Mesh-Netzwerke. Die Karte auf map.meshdresden.de zeigt nicht nur unser lokales Netz, sondern kann theoretisch auch Verbindungen zu anderen Mesh-Communities in ganz Deutschland oder Europa visualisieren.
Im Moment bauen wir diese Plattform noch weiter aus, aber die Vision ist klar: Ein Netzwerk von Netzwerken, das niemandem gehört und von allen getragen wird.
Und dann ist da noch mqtt.meshdresden.eu – das unsichtbare Nervensystem unserer Infrastruktur. Dieser MQTT-Broker sammelt alle Daten von unseren Nodes und verteilt sie an MeshMonitor, Meshview und andere Tools. Denkt an ihn wie an den Postboten, der dafür sorgt, dass jede Nachricht dort ankommt, wo sie hin soll. Der große Vorteil: Wir kontrollieren unsere eigenen Daten und sind nicht vom öffentlichen Meshtastic-Server abhängig.
Welches Tool für welchen Zweck?
Ich werde oft gefragt: „Warum nicht einfach ein Tool für alles?“ Die Antwort ist einfach: Weil unterschiedliche Bedürfnisse unterschiedliche Lösungen brauchen. Denkt an euer Smartphone – ihr nutzt ja auch nicht eine App für alles, sondern habt WhatsApp für Chats, Google Maps für Navigation und Spotify für Musik.
So ist es auch bei uns:
| Wenn ihr… | …dann nutzt |
|---|---|
| …wissen wollt, was jetzt gerade passiert | MeshMonitor |
| …eine verpasste Nachricht von letzter Woche sucht | Meshview |
| …euren Node optimieren wollt | MeshMonitor |
| …ohne App chatten möchtet | Meshview |
| …an Dezentralität interessiert seid | PotatoMesh |
| …einfach nur mitlesen wollt | Alle drei! 😊 |
Das Schöne: Alle Tools nutzen dieselben Daten. Ihr könnt sie parallel verwenden oder euch euer Lieblingstool aussuchen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – nur das, was für euch am besten funktioniert.
Dresden ist anders – und das ist gut so
Wer schon mal versucht hat, von der Neustadt zur Südvorstadt zu funken, weiß: Dresden ist für Mesh-Netzwerke eine echte Herausforderung. Aber keine Sorge – genau deshalb haben wir unsere Guides geschrieben.
Das Elbtal ist einerseits wunderschön, andererseits ein Alptraum für Funkwellen. Die Tallage schluckt Signale, die dichte Bebauung dämpft sie weiter, und wenn ihr Pech habt, steht zwischen euch und eurem Ziel-Node noch ein bewaldeter Hang. Ich erinnere mich an meinen ersten Versuch, einen Node in meiner Altstadt-Wohnung zu betreiben – ernüchternde 200 Meter Reichweite. Als ich ihn dann auf den Balkon verlegte? Plötzlich 3 Kilometer.
Die Lösung liegt in der Topografie: Dresden hat fantastische Höhenlagen. Die Löbtauer Höhe, der Weiße Hirsch, die Hänge in Radebeul – von dort oben habt ihr freie Sicht über das ganze Tal. Ein einziger gut platzierter Router auf der Löbtauer Höhe kann Nodes von der Neustadt bis nach Freital verbinden. Das ist die Magie der Höhenlage.
Und entlang der Elbe? Perfekt. Die Elbwiesen wirken wie ein natürlicher Wellenleiter. Bei einer Wanderung von der Altstadt bis nach Pillnitz hatte ich durchgehend Empfang – das Tal arbeitet hier für uns, nicht gegen uns.
Der Trick ist, mit der Geografie zu arbeiten, nicht gegen sie. Deshalb empfehlen wir in unseren Guides spezifische Standorte, optimierte Einstellungen und realistische Erwartungen. Ein Node im Keller wird nie ein Wunder vollbringen – aber ein Node am richtigen Ort kann das ganze Netz verändern.
Euer erster Schritt ins Mesh
Okay, ich habe euch neugierig gemacht und jetzt wollt ihr loslegen? Perfekt! Lasst mich euch durch die ersten Schritte führen – keine Sorge, es ist einfacher als ihr denkt.
Die Hardware: Klein anfangen, groß träumen
Ihr braucht erstaunlich wenig. Ein Meshtastic-Node kostet zwischen 25 und 50 Euro – weniger als ein durchschnittlicher Restaurantbesuch. Meine Empfehlung für Einsteiger in Dresden: Das Heltec V3. Es hat ein Display (super praktisch!), ist kompakt und kostet um die 30 Euro. Dazu eine 868 MHz Antenne und ein USB-Netzteil – fertig.
Wer es etwas professioneller mag, greift zum RAK WisBlock. Das ist modular aufgebaut und hat die beste Funkleistung, kostet aber auch 40-50 Euro. Und für mobile Abenteuer in der Sächsischen Schweiz? Der LilyGO T-Beam mit eingebautem GPS ist euer Begleiter.
Die Software: Ein Klick und los
Das Flashen der Firmware klingt kompliziert, ist aber kinderleicht. Geht auf die Meshtastic-Website, wählt euer Board aus, klickt auf „Flash“ – und wartet 30 Sekunden. Fertig. Dann ladet ihr euch die Meshtastic-App auf euer Smartphone (gibt’s für Android und iOS), verbindet euch per Bluetooth – und schon seid ihr im Mesh.
Die Konfiguration: Weniger ist mehr
Hier ist der wichtigste Tipp, den ich euch geben kann: Ändert nur drei Einstellungen, bevor ihr wild experimentiert:
Erstens: Setzt den Frequency Slot auf 1. Manuell. Sonst funkt ihr auf der falschen Frequenz und versteht nicht, warum ihr niemanden hört.
Zweitens: Wählt eure Rolle weise. Für 90% von euch ist „CLIENT“ richtig. Habt ihr ein Handheld in der Stadt dabei? Nehmt „CLIENT_MUTE“ – das spart Batterie und belastet das Netz nicht unnötig. Nur wer wirklich einen erstklassigen Standort hat (denkt: Dachterrasse mit Rundumblick), sollte „ROUTER“ oder „CLIENT_BASE“ in Betracht ziehen.
Drittens: Lasst das Hop-Limit bei 3. Trust me on this one.
Alles andere könnt ihr später optimieren, wenn ihr ein Gefühl fürs Netz bekommen habt.
Der Standort: Höhe schlägt alles
Und jetzt der wichtigste Punkt: Wo stellt ihr euer Gerät hin?
Ich kann es nicht oft genug sagen: Die Position ist wichtiger als die Hardware. Ein 30-Euro-Node auf dem Balkon schlägt einen 100-Euro-Node im Keller. Immer. Jedes Mal.
Habt ihr einen Balkon? Perfekt – stellt den Node nach außen, nicht hinters Fenster. Wohnt ihr in einem Hochhaus? Noch besser – je höher, desto weiter. Habt ihr weder Balkon noch Höhe? Dann versucht es mit dem Fensterbrett an der Seite eurer Wohnung, die zu den Hügeln zeigt.
Und wenn ihr wirklich ambitioniert seid: Fragt Freunde mit Häusern auf der Löbtauer Höhe, ob ihr dort einen Node installieren dürft. Versprecht ihnen, dass es nur 5 Watt verbraucht und still und leise das Dresdner Mesh revolutionieren wird. Works every time. 😊
Ein Denkmal bekommt ein zweites Leben

Manchmal verbindet Technologie Generationen auf überraschende Weise. Der Funkturm Wilsdruff – liebevoll „Bleistift“ genannt – war von 1954 bis 2013 ein 153 Meter hoher Riese, der Mittelwellen-Programme über ganz Sachsen verbreitete. Als er 2021 gesprengt wurde, schien ein Stück Rundfunkgeschichte für immer verloren.
Aber der Förderverein Funkturm Wilsdruff e.V. hatte andere Pläne. Sie retteten ein 10-Meter-Stück und stellten es als Denkmal auf der Hühndorfer Höhe auf. Und jetzt kommt der schöne Teil: Genau dort wollen wir einen Meshtastic-Node installieren.
Stellt euch das vor: Ein Denkmal, das einst analoge Radiowellen über die Region verbreitete, wird nun zum Knotenpunkt eines digitalen, dezentralen Kommunikationsnetzwerks. Die Technologie hat sich verändert, aber die Idee bleibt dieselbe: Menschen miteinander zu verbinden.
Die Hühndorfer Höhe ist geografisch perfekt – freie Sicht in alle Richtungen, exponiert, ideal für große Reichweiten. Von dort könnte unser Node bis weit in die Sächsische Schweiz, nach Meißen und bis nach Freiberg funken. Es wäre der Node mit der meisten Geschichte – und vielleicht mit der größten Reichweite.
Wir brauchen eure Hilfe für dieses Projekt. Ob mit Ideen, Hardware-Spenden oder technischem Know-how – jeder Beitrag bringt uns näher an dieses Ziel. Schreibt uns, wenn ihr Teil dieser Geschichte werden wollt.
Werdet Teil der Geschichte
Mesh Dresden ist kein fertiges Produkt – es ist ein lebendiges Projekt, das von Menschen wie euch gestaltet wird. Jeder bringt seine eigenen Fähigkeiten und Perspektiven ein, und genau das macht unsere Community so wertvoll.
Ihr müsst kein Programmierer sein. Ihr müsst keine Funkamateur-Lizenz haben. Ihr müsst nicht mal besonders technikaffin sein. Was ihr braucht, ist Neugier und der Wunsch, etwas aufzubauen, das größer ist als ihr selbst.
Findet eure Rolle
Wenn ihr gerne experimentiert, setzt euren ersten Node auf und teilt eure Erfahrungen. Jede neue Perspektive hilft der Community. Habt ihr einen ungewöhnlichen Standort gefunden, der überraschend gut funktioniert? Schreibt darüber! Andere werden von euren Experimenten lernen.
Wenn ihr gerne schreibt oder fotografiert, dokumentiert eure Mesh-Reise. Ein Blog-Post über euren ersten erfolgreichen Chat über 10 Kilometer ist nicht nur für euch ein Meilenstein – er inspiriert andere, es auch zu versuchen. Gute Fotos von Setups helfen Neulingen zu verstehen, wie professionell oder improvisiert ihre eigenen Installationen sein dürfen.
Wenn ihr programmieren könnt, gibt es immer etwas zu verbessern. Unsere Tools sind Open Source – jeder Bug-Fix, jedes Feature, jede kleine Optimierung macht das Erlebnis für alle besser. Aber programmieren ist nur eine von vielen wertvollen Fähigkeiten, nicht die wichtigste.
Wenn ihr gerne Menschen zusammenbringt, organisiert ein lokales Treffen. Ein Kaffee in der Neustadt, ein Spaziergang auf der Elbe mit Meshtastic-Geräten in der Tasche, ein Workshop im Hackerspace – persönliche Treffen machen aus „Nodes auf einer Karte“ echte Menschen mit echten Geschichten.
Wenn ihr Zugang zu interessanten Orten habt, denkt darüber nach. Arbeitet ihr in einem Hochhaus mit Dachzugang? Kennt ihr jemanden mit einem Ferienhaus auf den Höhen um Dresden? Hat eure Firma ein Bürogebäude mit guter Sicht? Ein gut platzierter Community-Node kann Wunder wirken.
Und manchmal ist der beste Beitrag einfach, neugierig zu bleiben. Stellt Fragen im Forum. Teilt eure Probleme – oft führen sie zu besseren Lösungen für alle. Seid freundlich zu Neulingen. Gebt Feedback. All das hält eine Community lebendig.
Wohin geht die Reise?
Träume sind wichtig. Ohne sie wären wir nie dort, wo wir heute sind. Also lasst mich euch erzählen, wovon ich träume, wenn ich an die Zukunft von Mesh Dresden denke.
In den nächsten Monaten würde ich gerne sehen, wie unsere Karte auf map.meshdresden.de stabil läuft und wie der Node am Funkturm Wilsdruff das erste Mal sendet. Ich träume davon, dass mehr Menschen verstehen, wie einfach es ist, Teil dieses Netzwerks zu werden – nicht durch komplizierte Anleitungen, sondern durch persönliche Treffen und gemeinsames Experimentieren.
Im Laufe des Jahres stelle ich mir strategisch platzierte Router auf den Höhenlagen vor. Stellt euch vor: Ein Router auf der Löbtauer Höhe, einer auf dem Weißen Hirsch, einer in Gittersee. Zusammen würden sie ein Rückgrat bilden, das jeden Node in Dresden erreichen kann. Wir würden regelmäßige Community-Treffen haben – vielleicht monatlich, vielleicht im Hackerspace oder beim Spaziergang auf den Elbwiesen. Und wer weiß, vielleicht arbeiten wir dann auch mit Freifunk Dresden zusammen und verbinden unsere Visionen.
Langfristig – und jetzt wird es wirklich spannend – könnte das Dresdner Mesh zu einer echten Notfall-Infrastruktur werden. Nicht weil wir pessimistisch sind, sondern weil Resilienz klug ist. Stellt euch vor, bei einem großen Stromausfall oder Unwetter funktionieren Telefon und Internet nicht – aber das Mesh läuft weiter, weil viele Nodes solar betrieben sind. Menschen könnten weiterhin kommunizieren, sich koordinieren, Hilfe organisieren.
Oder wir gehen den anderen Weg: IoT-Sensoren im Mesh. Hochwasser-Frühwarnung an der Elbe, Luftqualitätsmessung in verschiedenen Stadtteilen, Temperatur-Monitoring in der Heide. Alles dezentral, alles Open Source, alles in der Hand der Community.
Das sind große Träume. Aber jede große Sache beginnt mit einem kleinen Schritt. Und der erste Schritt ist eurer.
Der Anfang von etwas Großem
Ich erinnere mich an den Tag, als ich meinen ersten Meshtastic-Node aufgestellt habe. Ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt jemand anderes in Dresden zu hören bekomme. Die ersten Tage: Nichts. Nur mein eigener Node auf der Karte, einsam und allein.
Dann, nach einer Woche, tauchte ein zweiter Node auf. Irgendwo weit weg. Ich wusste nicht, wer diese Person war, aber plötzlich war ich nicht mehr allein. Wir tauschten ein paar Testnachrichten aus – „Hallo“, „Test“, „Empfang gut!“. Zwei Fremde, die über ein dezentrales Netzwerk miteinander sprechen, ohne dass eine große Firma, ein Mobilfunkanbieter oder eine zentrale Instanz dazwischen steht.
Das ist die Magie von Mesh. Es verbindet Menschen auf die ursprünglichste Art: Direkt, ohne Zwischenhändler, ohne Überwachung, ohne Profit-Motive.
Heute sind wir mehr. Unsere Karte zeigt Dutzende Nodes über Dresden verteilt. Wir haben eine Website, mehrere Tools, eine wachsende Community. Aber wir sind noch lange nicht fertig. Es gibt noch so viele Stadtteile ohne Abdeckung, so viele Höhenlagen ohne Nodes, so viele Menschen, die noch nie von Meshtastic gehört haben.
Und genau hier kommt ihr ins Spiel.
Mesh Dresden ist mehr als ein Technik-Projekt. Es ist ein Statement über die Art von Welt, in der wir leben wollen. Eine Welt, in der Kommunikation ein Gemeingut ist, kein Produkt. Eine Welt, in der Gemeinschaften ihre eigene Infrastruktur aufbauen können. Eine Welt, in der Technologie Menschen verbindet, nicht überwacht.
Die Infrastruktur steht. Die Tools laufen. Die Community wächst.
Was jetzt noch fehlt, seid ihr.
Also: Bestellt ein Board. Flasht die Firmware. Stellt es auf euren Balkon. Sendet eure erste Nachricht ins Mesh. Schreibt „Hallo Dresden“ – und wartet, ob jemand zurückschreibt.
Ich garantiere euch: Jemand wird es tun.
Willkommen im Mesh. 🚀
Habt ihr Fragen? Ideen? Wollt ihr eure eigene Mesh-Geschichte teilen? Die Kommentare gehören euch – oder schreibt uns direkt über die Website. Wir freuen uns auf euch!
