Auswertung MediumFast Test

  1. Zusammenfassung der Testergebnisse
  2. Positive Beobachtungen
  3. Kritische Probleme
  4. Bewertung und Ausblick
  5. Betrachtung zur Netzlast
  6. Fazit für Dresden
1. Zusammenfassung der Testergebnisse


Der Test zur Umstellung von LongFast auf MediumFast im Dresdner Mesh-Netzwerk zeigt ein
gemischtes Bild mit deutlichen Einschränkungen. Die Testphase vom 31. Januar bis 7. Februar 2026 wurde durch eine zu geringe Beteiligung, teilweise zeitlich zu kurze Teilnahme einzelner Nodes (< 1Tag) und geografische Herausforderungen im Elbtal beeinträchtigt.

LongFast am 07.02.2026

MediumFast am 07.02.2026


2. Positive Beobachtungen
– Direktverbindungen und kurze Strecken

Bei Direktverbindungen und 1-Hop-Verbindungen mit kurzen Distanzen zeigten sich deutliche Verbesserungen bei Zustellraten und -geschwindigkeit. Die Teilnehmer berichteten von spürbar schnelleren Antwortzeiten im City-Bereich.

– Geringere Latenz

Wenn Nachrichten erfolgreich übertragen wurden, erfolgte die Antwort praktisch sofort. Die Übertragungsgeschwindigkeit war deutlich besser als bei LongFast. Es konnte bei ausgewählten Verbindungen sogar ein Chat-Charakter erreicht werden.

– Höhere Datenrate

Die theoretisch höhere Übertragungsgeschwindigkeit von MediumFast (~3,9 kbps vs. ~1,9 kbps) konnte in optimalen Bedingungen nachgewiesen werden.

Hier die Übertragung einer gleichen Textnachricht.

Oben MediumFast mit Echo von einer 2. Station

Unten LongFast, es ist deutlich die längere Übertragungszeit zu sehen.


3. Kritische Probleme
– Mangelhafte Teilnahme

Von ca. 150 LongFast-Nodes haben nur ca. 30-37 Nodes zu Spitzenzeiten am Test teilgenommen (ca. 20-25%). Teilweise davon in territorial getrennten Bereichen. Diese geringe Beteiligung führte zu einem stark ausgedünnten Netzwerk.

– Multi-Hop-Verbindungen versagen

Bei Verbindungen über 2-3 Hops keine oder stark eingeschränkte Kommunikation möglich. Viele Traceroutes laufen ins Leere, obwohl nur 2-3 Hops angezeigt werden.

– Doppelte Paketübertragung

Positions-Broadcasts kommen doppelt an (z.B. über WdGa und W114). Problem: Nodes hören sich gegenseitig nicht und senden deshalb beide weiter.

– Netzwerk-Fragmentierung

Das ausgedünnte Netz führt vorrangig zu Weitverbindungen auf den Hops. Die geografischen Besonderheiten des Elbtals (Senke zwischen Hängen) verschärfen das Problem.


4. Bewertung und Ausblick
– Aktueller Status

    Das Dresdner Mesh-Netzwerk ist mit MediumFast als Notfallkommunikations-medium derzeit nicht brauchbar – eine zuverlässige Kommunikation über zwei Hops ist kaum möglich.

    – Hauptursachen für das Scheitern
    • Zu geringe Teilnahmequote am Test (unter 25%)
    • Kritische Masse für MediumFast noch nicht erreicht
    • Geografische Herausforderungen des Elbtals erfordern mehr Nodes
    • Fehlende Koordination und Dokumentation bei der Umstellung

    5. Betrachtung zur Netzlast

    Der Testlauf ein weiteres Thema deutlich gemacht:
    unnötige Netzlast durch Telemetrie und automatisierte Funktionen.

    – Positions-Daten / GPS

    GPS und Positionsdaten werden von festen Nodes nur in ganz geringen Umfang benötigt.

    Eine Aussendung im Abstand von 3 – 6 Stunden ist vollkommen zureichend.

    Für Tracker wo eine Nachverfolgbarkeit gewünscht ist sollte die „intelligente Position“ verwendet werden. Bei dieser Funktion wird die Aussendung von Positionsdaten bewegungsabhängig gesteuert.

    – Telemetrie-Dienste

    Telemetrie sollte nur aktiviert sein, wenn sie tatsächlich benötigt wird.

    Empfehlungen:

    • Telemetrie nur bei aktivem Monitoring oder konkretem Analysebedarf einschalten
    • sinnvolle Sendeintervalle wählen (keine unnötig kurzen Abstände)
    • „mehr Daten“ bedeutet nicht automatisch „mehr Erkenntnis“, aber immer mehr Airtime
    – Automatisierte Traceroutes

    Auch automatisierte Traceroutes können das Mesh stark belasten.

    Bitte beachten:

    • keine hochfrequenten oder dauerhaften Traceroutes
    • kein paralleles Traceroute-„Spamming“ über mehrere Nodes
    • Traceroutes gezielt und zeitlich begrenzt einsetzen

    Traceroutes sind ein Diagnosewerkzeug – kein Dauerbetrieb.


    6. Fazit für Dresden

    Der Test einer Umstellung zum Preset MediumFast hat wichtige Sachen aufgezeigt und Erkenntnisse gebracht, auch wenn das gewünschte Ergebnis nicht erreicht wurde.

    Eine Umfrage auf unserem Telegram-Channel hat gezeigt:

    Für 50% ist aktuell ist ein zusammenhängendes Mesh wichtiger als maximale Geschwindigkeit, weshalb LongFast wieder eingesetzt werden sollte.

    Weiter 25% sind offen für weitere Tests mit MediumFast oder gar der Umstellung dahin.

    Gleichzeitig zeigt sich aber auch für beide Presets:

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